Hunde wirken heilsam

Von der speziellen positiven, heilwirksamen Wirkung des Hundes auf den Menschen

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Michaela Holz
Diplom-Pädagogin, Hundetherapeutin und Tierpädagogin
Sie ist 33 Jahre alt und arbeitet in Kiel als Hundetrainerin, Hundetherapeutin und Autorin.


Ich weinte.
Ich ließ meinen Gefühlen freien Lauf – es musste einfach raus.

Mit meiner Bettdecke zwischen den verkrampfen Fingern krümmte ich mich zusammen und weinte.
Nicht laut – ich heulte nicht, aber ich brauchte jetzt genau diesen emotionalen Wasserfall.
Prüfungen, Trauer und Streit waren alle geballt auf mich herein gestürmt, und ich war einfach mit meinen Nerven am Ende!

Plötzlich, ganz warm und sanft spüre ich eine feuchte Berührung.
Eine Berührung, die meine Tränen trocknet.
Eine Berührung, die sagt: „Alles nicht so schlimm – ich bin da!“

Ich blicke auf und da steht sie, sieht mich mit ihren schwarzen, großen Augen an.
Ich neige den Kopf nach vorne und küsse sie, weil ich es schön finde, dass sie da ist!
Für mich da ist, in einem Moment, wo ich Nähe brauche, aber nicht wirklich darüber reden kann!


Hunde helfen bei der kindlichen Entwicklung

Hunde helfen bei der kindlichen Entwicklung

„Am Tier zuerst übt sich das Kind
in Barmherzigkeit
oder in Grausamkeit,
und Erwachsen wird es dann
barmherzig und hilfsbereit
oder unbarmherzig und selbstsüchtig
gegen seine Mitmenschen sein.!“
(Friedrich Fröbel)

Kinder haben einen natürlichen, ursprünglichen Bezug zu Tieren.
Das Kind ist dem Hund in seinen Lebensphasen sehr ähnlich, vor allem in der Ursprünglichkeit der Bedürfnisse und Antriebe.
Die Leistungs- und Individualgesellschaft in Deutschland verbirgt eine nicht besonders kinderfreundliche Ebene, die eine Menge Risikofaktoren für die Entwicklung des Kindes innehält.

„Wir müssen heue feststellen, dass immer mehr Kinder, als Kinder allein erziehender Mütter oder auch Väter, als ´einsame` Kinder von Eltern, die beide ganztägig berufstätig sind, und als Kinder aus gestörten bzw. geschiedenen Ehen aufwach-sen. Viele Kinder sind zu Schlüsselkindern geworden; sie sind weitgehend den ganzen Tag über sich selbst überlassen, und dies beinhaltet eine Reihe von Risikofaktoren für die Entwicklung." (Kinderpsychologe Dr. Bergler)

Tiere bieten günstige Rahmenbedingungen, um Risikofaktoren der kindlichen Entwicklung auszugleichen, und sie wirken sich günstig auf den kindlichen Lernprozess aus.

In einer großangelegten Untersuchung sollte geklärt werden, warum Kinder für eine positive Entwicklung Hunde in ihrer unmittelbaren Um-gebung benötigen. Die Befragung von hunderten von Jungen und Mädchen, von Erziehern, Grund-schullehren, Eltern und Ärzten ergab, dass es unter den Kindern kein einziges gab, das an seinem Hund nicht Eigenschaften entdeckt hätte, die es bei Menschen vermisst.

Ein Hund erzieht zur Fürsorglichkeit und Verantwortung für andere Tiere und auf diese Weise auch für den Menschen. Dies ist ein zentraler Aspekt in der pädagogischen Wirkung von Tieren.

Der Pädagoge Gotthard Teutsch empfahl bereits 1977 Hunde und andere Tiere als geeignete Partner für die Erlangung von mehr Einfühlungsvermögen. Die Bereitschaft und Fähigkeit zu einfühlendem Denken, gilt als Heilmittel gegen die zunehmend inhumaneren Züge unserer Gesellschaft.
Die Nächstenliebe zum Tier führt zur Nächstenliebe zum Mitmenschen!

„Natürlich ersetzen Hunde und andere Haustiere keine Menschen,
aber sie sollten wieder ein fester Bestandteil unserer Familien sein.
Nicht zuletzt deshalb, weil sie uns
fördern, fordern,mit-erziehen, mit-heilen,
Naturverbundenheit gewährleisten
auch ihren Beitrag dazu leisten,
dass wir wieder etwas
menschlicher werden:
Kinder und Erwachsenen
könnten dies gerade
und aus all diesen Gründen
heute dringend gebrauchen!“(Bergler)


Hunde als Stressabbauer

Hunde als Stressabbauer

„ Die Wissenschaft hat erkannt, was alle Hundeliebhaber instinktiv wissen. Tiere sind gut für unsere Gesundheit.
Die bedingungslose Liebe eines Tieres fließt direkt in ein leidendes und von Einsamkeit geprägtes Herz.“ (Boris Levinson)

Das Zusammenleben mit Hunden wirkt blutdrucksenkend und Stress reduzierend. Diese Tatsache wurde ist in Studien belegt.

Die Psychologen Katcher und Lynch untersuchten den Effekt von Hunden auf den menschlichen Organismus. Dabei konzentrierten sie sich hauptsächlich auf Blutdruck und Kreislauf. So wurde in einem Experiment der Blutdruck von Testpersonen in verschiedenen Situationen gemessen.

Vorlesen und Sprechen zum Beispiel trieben bei allen Testpersonen den Blutdruck in die Höhe. Stilles Sitzen senkte den Blutdruck. Aber der deutlich niedrigste Wert wurde gemessen, als die Testpersonen ihren Hund streichelten.

Es spielte auch keine Rolle, ob der Versuchsleiter anwesend oder nicht anwesend war: die Testpersonen waren mit ihren Hunden grundlegend entspannt!

Ein weiteres Experiment zeigte, dass bereits nur die Anwesenheit eines Hundes blutdrucksenkend und Stress reduzierend wirken kann:

Kinder sollten laut vorlesen. Alle empfanden diese Aufgabe als Belastung und reagierten mit Stress. Der Blutdruck stieg und die Herzfrequenz erhöhte sich.
Als jedoch ein Hund in den Raum hinein gebracht wurde, entspannten sich die Kinder und Jugendlichen; der Blutdruck zeigte deutlich niedrigere Werte.

Die Studien zeigen, dass der Hund den Menschen ein Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit vermittelt.


Hunde in der Therapie

Hunde in der Therapie

Das Psychologen-Ehepaar Sam und Elisabeth CORSON entdeckten 1975 durch einen glücklichen Zufall die „therapeutische“ Wirkung von Hunden:

Angelockt durch das Gebell der Hunde kamen vor allem jugendliche Patienten an den Zwinger und fragten, ob sie die Hunde füttern, sie ausführen oder mit Ihnen spielen dürften.
Einige dieser Patienten hatten seit einem Klinikaufenthalt noch kein einziges Wort gesprochen. Diese Reaktion überraschte die Psychologen so sehr, dass sie eine Pilotstudie zur Überprüfung der Wirkungen durch tiergestützte Psychotherapien durchführen wollten.

Die Corsons wählten Patienten der Klinik aus, die bisher auf keine anderen Therapieangebote angesprochen hatten. Nach Beendigung des Versuchs zeigten 94% der Patienten Zeichen von Besserung ihres Befindens


Tiergestützte Therapie

Tiergestützte Therapie

Diese „eisbrecherische Funktion“ des Hundes wurde bereits 1954 von dem Psychiater und Kinderpsychologen Dr. Boris LEVINSON entdeckt und gilt als wichtigstes Mittel in der „Tiergestützten Therapie“ mit Hunden. Levinson gilt seither als der Urvater der tiergestützten Therapie.

Eher zufällig entdeckte er die förderliche Wirkung seines Hundes auf die Therapie.
Levinson berichtet dazu:

„Es ist gerade acht Jahre her, als ein Junge über Jahre ohne Erfolg von anderen Therapeuten behandelt worden war, von seinen verzweifelten Eltern zu mir gebracht wurde. Weil dieses sich immer weiter in sich zurückzog, hatte man den Eltern die Unterbringung in einem Heim für psychisch gestörte Kinder angeraten.
Ich zögerte sehr, den Fall anzunehmen, aber ich stimmte immerhin zu, das Kind für ein diagnostisches Gespräch zu mir zu bitten. Wie der glückliche Zufall es wollte, kamen die völlig verstörten Eltern mit ihrem Kind eine Stunde zu früh zum Termin. Ich saß vertieft in meiner Arbeit am Schreibtisch. Mein Hund zu meinen Füßen, wie immer wenn keine Patienten da waren. Ich empfing die Familie sofort und vergaß meinen Hund. Der lief, ohne zu zögern, auf das Kind zu, begrüßte es stürmisch und leckte ihm das Gesicht. Zu meiner Überraschung zeigte das Kind keine Angst, sondern kuschelte sich eng an den Hund und streichelte ihn. Die Eltern versuchten, die beiden zu trennen, aber ich gab ihnen ein Zeichen, das Kind in Ruhe zu lassen. Nach einiger Zeit fragte das Kind, ob der Hund mit allen Kindern spielen dürfe, die zu mir kämen.
Als ich ja sagte, meinte der Junge, dann wolle er wiederkommen und mit dem Hund spielen."

Levinson nahm sich daraufhin des Jungen an und setzte seinen Hund an und setzte seinen Hund Jingles konsequent und gezielt in den Sitzungen ein, um das Vertrauen des Kindes des Kindes gewinnen zu können und um über das Tier zu einer präziseren Diagnose und einem angemessenen Therapieplan zu gelangen.
Einige Sitzungen hindurch spielte der Junge ausschließlich mit Jingles, ohne den Arzt überhaupt zu beachten.
Er spielte mit ihm, kochte für ihn, schmuste mit ihm und erzählte ihm sein Leid.
Zunehmend übertrug der Junge aber seine Zuneigung zu Jingles auf dessen Herrn und ließ Levinson mitspielen.
Nach und nach gewann Levinson Einfluss auf den Jungen. Der Junge ließ sich schließlich auf die konventionellen Therapiemaßnahmen ein, die im Endeffekt mit der erfolgreichen Rehabilitation des Jungen endete.
Jingles hatte mit seiner „eisbrecherischen Funktion“ erreicht, woran alle Therapeuten zuvor verzweifelt waren.

Dr. Levinson hatte seitdem die Idee, seinen treuen Hund Jingles fortan als therapeutisches Mittel einzusetzen. Anfangs war Jingles bei den therapeutischen Sitzungen mit anwesend und wich seinem Herrchen nicht von der Seite.
Die überwiegend verhaltensauffälligen Kinder waren dem Hund sofort zugetan. Die Schwierigkeiten, die diese Kinder mit ihrer Umwelt hatten, schienen fast verschwunden, sobald sie das Behandlungszimmer des Kindertherapeuten betraten.
Einigen Kindern erlaubte er sogar Jingles auszuführen und ihn stundenweise zum Spielen mitzunehmen. So formte Levinson mit Geduld und Umsicht eine Beziehung zu den Kindern, unterstützt dadurch, dass sein Hund ihnen die anfängliche Reserviertheit und Feindseligkeit genommen hatte.

Dr. Levinson prägte daraufhin den Begriff: „Tiergestützte Therapie“!

Jingles war nicht das erste Haustier, das bei einer therapeutische Maßnahme eingesetzt wurde; aber die mit seiner Hilfe durchgeführten Versuche waren die ersten, die wissenschaftlich analysiert und jederzeit wiederholt werden konnten.



Bei seinen amerikanischen Kollegen stieß Levinson mit seinen Thesen auf blanken Hohn.
Doch unbeirrt dessen, berichtete er unermüdlich in den folgenden Jahren von weiteren Erkenntnissen und neuen Erfolgen.
Er war der Begründer der Lehrmeinung, dass Kinder schon früh mit Haustieren aufwachsen sollten, weil es sie für die Bedürfnisse anderer stärker öffne.
Außerdem war er der Erste, der die Empfehlung aussprach, in Krankenhäusern und Altersheimen bewusst, Hunde als Freudenspender einzusetzen, da die Menschen dort auf den Zuspruch von Angehörigen und Verwandten weitgehend verzichten müssten.
In all seinen Berichten vergaß Levinson nie zu erwähnen, welche Rolle sein treuer Hund Jingles bei seinen Überlegungen spielte.
So brach Levinson die anfängliche Skepsis bei seinen Kollegen, so dass auch andere Wissenschaftler mit entsprechenden Experimenten, Versuchsreihen und Dokumentationen begannen.

Inzwischen wurden einige Vereine und Organisationen gegründet, die die Form der „Tiergestützten Therapie“ und der „Tiergestützten Aktivitäten“ anwenden.
Die Delta- Society ist eine weltweit anerkannte Organisation, die sich umfassend mit der Erforschung und der Qualität der Beziehung zwischen Tierhaltern, Tieren und Pflegepersonal beschäftigt.
Um ca. 1900 wurden von der Delta-Society Standards für „Tiergestützte Therapie“ und „Tiergestützte Aktivitäten" entwickelt. So konnte eine Qualitätskontrolle und –Sicherung gewährleistet werden; das so genannte "Pet Partner Program“. Die Standards gelten heute weltweit als Grundlage für die Ausbildung und Praktizierung für die tiergestützte Therapie.
Neben der Delta Society ist die Therapy Dogs International (T.D.I) eine weitere Organisation, die Standards für Therapiehunde und deren Begleiter entwickelt hat.

Die Einsatzbereiche von Therapiehunden sind äußerst vielfältig.
Sie werden u.a. in integrativen und allgemeinen Kindergärten, Kinderdörfern, Sonderschulen, Alten- und Pflegeheimen, Rehabilitationszentren, Sterbekliniken, Gefängnissen, Fachkliniken, Psychiatrien und Behindertenwohnheimen eingesetzt.
Zusätzlich werden Hunde gezielt im Einsatz für psychische und physische Rehabilitation eingesetzt, so z.B. in der Ergotherapie, Sprachtherapie, Physiotherapie und psycho-motorischen Übungen, sowie der Psychotherapie.

Die Leiterin des Vereins „Therapiehunde Deutschlands e.V.“ Barbara PUHL, die selbst Therapiehunde ausbildet und ausbilden lässt, meint:
„Es gibt zur Zeit nur drei Möglichkeiten, wo ich keinen Therapiehund in Einsatz bringen würde: bei aggressiven/autoaggressiven Menschen, bei infektiösen Patienten (d.h. Infektionen, die sich auf das Tier übertragen können) und denjenigen, die auf Akkutstationen (.B. Intensivstationen) liegen.“


Hunden als Helfer

Hunden als Helfer bei körperlichen Beeinträchtigungen - Servicehunde

Den unschätzbaren Wert, den Hunde als Servicetiere bzw. Behindertenbegleithunde leisten, können zahlreiche Erfahrungsberichte belegen.

Der Hund bietet auch hier nicht nur ´technische Dienstleistungen`, sondern er verhilft über verschiedene Wege zur Steigerung der psychischen Stabilität, zur Steigerung des Selbstbewusstseins und zur Belebung der sozialen Kontakte.

Ein gehbehinderter Mann beschreibt diesbezüglich: „Bevor ich einen Hund hatte, wusste ich nicht, dass ich interessant und überzeugend sein kann. Das Geheimnis des größeren Selbstvertrauens und der Möglichkeit, andere zu beeindrucken und gewinnen, liegt in Duffy.
Duffy und ich sind ein Duo, das immer gewinnt.“

Da der Hund Behinderungen nicht sieht, sie in dem Sinne ignoriert und seinen Herrn für ´normal` hält, wird seine Identität nicht gefährdet, sein Selbstbewusstsein nicht geschwächt.


Blindenführhunde:

Blindenführhunde:

Deutschland war das erste Land, das die Bereitstellung und Ausbildung von Blindenführhunden gewährleistete. Immerhin hatten zwei Weltkriege viele erblindete und behinderte Menschen hinterlassen.
So sind die Blindenführhunde bislang die einzigen Servicehunde, die als Hilfsmittel von den Sozialversicherungsträgern u.U. komplett getragen werden.
Die Psychologin Hanna Rheinz bemerkt zu den hervorragenden Fähigkeiten des Blindenführhundes: „Blindenführhunde lernen ´selektiv` zu gehorchen: sie wenden ihre eigene Urteilsgabe an und messen sie an der konkreten Situation vor Ort. Einsicht und Intelligenz sind gefragt, nicht ´blinder` Gehorsam, denn der könnte den Blinden und seinen Hund auf die Fahrbahn vor ein heranrasendes Auto bringen. Ein ´Gebrauchshund` kann seinen Dienst nur verrichten, wenn er angstfrei und selbstbewusst und nicht ´verschlagen` und dadurch ambivalent an seinen Menschen gebunden ist.“


Behindertenbegleithunde:

Behindertenbegleithunde:

In den angelsächsischen Ländern wurde schon früh erkannt, welche wertvolle Hilfe der Hund auch bei anderen Körperbehinderungen leisten kann.

Der Behindertenbegleithund für gehbehinderte Menschen ist in erster Linie Partner des Behinderten, der jederzeit für ihn da ist. Bei Bedarf öffnet er Türen, bedient den Fahrstuhl, den Lichtschalter, apportiert Medikamente, Kleidung, Lebensmittel, alle auf den Boden gefallenen Gegenstände. Mittels Zielmarkierungen mit Laser-Strahl bringt der Begleithund jeden gewünschten Gegenstand, möge er sich nun ganz in der Nähe oder 50 Meter entfernt befinden.
Er öffnet Schubladen, holt im Notfall Hilfe, z.B. wenn der Rollstuhl umkippt oder der Elektromotor seines Stuhls ausfällt, und er ist in der Lage, den Rollstuhl für kurze Strecken zu ziehen.
Christa EBERFELD, die Gründerin des Vereins „Helfende Pfoten e.V.“ in München, von dem eine Bereitstellung, Ausbildung und Beratung zu Behindertenbegleithunden praktiziert wird, ist selbst an den Rollsuhl gebunden. Sie sagt zu den Leistungen ihres Behindertenbegleithundes Jana: „Jana hat gemerkt, dass ich verschiedene Dinge einfach nicht kann. Wenn ich zum Beispiel auf dem Sofa liege und Schwierigkeiten habe, mich aufzurichten, kommt sie, damit ich mich an ihr festhalten kann. Das hat ihr niemand beigebracht!“

Die Leistungen des Hundes beschränken sich aber auch hier nicht nur auf körperliche Hilfen.
Mediziner uns Psychologen stimmen voll überein; die Bereitstellung von Behindertenbegleithunden führt zu einer wesentlichen Erweiterung des Lebensraumes des Behinderten, schafft soziale Kontakte zur Umwelt, bietet dem Behinderten Hilfe zur Selbsthilfe.
Nachweislich finden Körperbehinderte mit Behindertenhund eine Vielfalt an sozialen Kontakten, einen Weg aus der gesellschaftlichen Isolation – ohne Mitleidseffekt.
Auch hier muss in erster Linie gesehen werden, dass neuer Lebensmut und Selbstvertrauen geweckt werden!


Signalhunde für Gehörlose und Anfallsanzeige:

Signalhunde für Gehörlose und Anfallsanzeige:

Neben den Behindertenbegleithunden sind auch Signalhunde eine enorme Bereicherung für ihre Halter. Signalhunde machen ihre gehörlosen Menschen auf bestimmte Geräusche aufmerksam.
So beispielsweise das Übersetzen von bestimmten Geräuschen, das Zeigen bzw. bemerkbar Machen eines läutenden Weckers, das Anzeigen, dass jemand an der Tür klingelt oder klopft, ein Baby schreit, eine Sirene bzw. ein Martinshorn ertönt. Signalhunde warnen vor herannahenden Fahrzeugen, machen auf heruntergefallene Gegenstände aufmerksam.
Ebenso wie Behindertenbegleithunde sind sie in der Lage Schubladen, Schränke und Türen zu öffnen.
Sie holen das Telefon, wenn es klingelt, und auf Wunsch des Besitzers vieles mehr.
Ebenso wie Blindenführhunde beherrschen Signalhunde in der Regel 60 bis 70 verschiedene Hörzeichen und reagieren perfekt auf nonverbale Zeichen.
Der Hund ersetzt dem Hörgeschädigten ein Gefühl der Sicherheit vergleichbar dem Blindenführhund.

In England schon länger bekannt, in Deutschland noch eher eine Neuheit sind Anfallsanzeighunde.
Diese Hunde werden für bestimmte Krampfanfallpatienten (z.B. Epilepsie, Diabetes melitus) speziell ausgebildet.
Krampfanfallhunde sind in der Lage, ihre menschlichen Partner vor einem herannahenden Anfall zu warnen, so dass der Patient sich rechtzeitig vorbereiten kann, indem er z.B. bei Diabetis, ein Stück Zucker zu sich nimmt. Im Notfall betätigen die Hunde auch einen entsprechenden Alarmknopf.
Unter Umständen leisten die Hunde gar erste Hilfe, indem sie dem Kranken Schuhe und Strümpfe ausziehen, ihnen die Füße lecken und sie so wieder zu Bewusstsein bringen.
Gegebenenfalls wärmt der Vierbeiner seinen unter einem Anfall leidenden Partner und führt ihn danach wieder sicher nach Hause.
Mary und Luck Buurssen, ein Ehepaar, das unter epileptischem Anfallen leidet, sind glückliche Besitzer eines Anfallshundes. Mary Buurssen erzählt:
„Seit wir Athos haben, trauen wir uns wieder alleine aus dem Haus zu gehen. Wir wissen, dass wir, wenn einer von uns einen Anfall hat, von Athos sicher wieder nach Hause gebracht werden.“

Eine andere junge Frau aus München, die ebenfalls an Epilepsie leidet, suchte Hilfe beim Verein „Kynos-Stiftung –Tiere helfen Menschen e.V.“

Das Mädchen leidet bis zu vier Mal im Monat unter epileptischen Anfällen.
Ihre Hoffnung:
„Wenn ich einen Hund hätte, der mich vorwarnen würde, würde ich mich vielleicht nicht mehr so oft verletzen!“.


Ausblick

Ausblick

Immer mehr Hundehalter haben das Bedürfnis, ihre Tiere für therapeutische Zwecke ausbilden zu lassen, um die Freuden spendende Wirkung ihrer Hunde für gute Dienste zu verwenden.
Andere Hundehalter gehen in Schulen und Kindergärten, um Kindern den richtigen Umgang mit Hunden zu lehren.

In einer medienbeherrschten Gesellschaft wie Deutschland, sind vor allem Zeitungen, Funk und Fernsehen, und zunehmend das Internet in der Verbreitung der Thematik gefragt!
Neben furchtbaren „Beißattacken“ mehren sich glücklicherweise Berichte über die positive und heilsame Wirkung vom Kontakt mit Hunden.
Der wissenschaftliche Hintergrund zu diesem Thema ist in den letzten fünfzehn Jahren auf eine deutlich breitere Basis gestellt worden.
Im internationalen Vergleich kommen die Möglichkeiten zur „Tiergestützten Therapie“ in Deutschland aber immer noch zu kurz!

Vielleicht werden tiergestützte Therapien einen Auftrieb erleben, wenn sich erweist, dass sie nicht nur Lebensqualität verbessern, sondern auch Kosten senken helfen.
In den USA berechneten Statistiker für Altenheime, in denen Tiere integriert waren,
…vier Euro weniger Ausgaben für Medikamente …
…pro Patient … pro Tag!!!!

In diesem Sinne verabschiede ich mich vorab mit zwei nicht ganz wissenschaftlichen,
aber sehr aussagekräftigen Zitaten:

Daß mir der Hund das Liebste sei,
Mensch, Du sagst, das sei Sünde.
Der Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde!“
(Mark Twain)

„Ganze Weltalter von Liebe
werden nötig sein,
um den Tieren
ihre Dienste und Verdienste
an uns Menschen
zu vergelten!!“
(Christian Morgenstern)


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