Aus der Forschung:

Aus der Forschung:

Sind Hunderassen unterschiedlich aggressiv?
Bei welchen kommt es schon mal häufiger zu Beißereien?

Fragen wie diesen ging eine neue Studie aus den USA auf den Grund, mit Ergebnissen, die nicht jedem Hundehalter gefallen werden!

Viele Meinungen, Klischees und Vorurteile über die unterschiedliche Aggressivität und Beißfreudigkeit der jeweiligen Rassen spuken in den Köpfen der meisten Hundehalter herum. Ein Team aus USA ging nun wissenschaftlich der Frage nach:

Gibt es tatsächlich besonders aggressive Hunderassen?
Und wenn ja, welche sind diese?

In einer groß angelegten Umfrage werteten Wissenschaftler von der University of Pennsylvania rund 1.500 Fragebögen von Mitgliedern aus elf amerikanischen Hundezuchtvereinen und weitere 3.800 Fragebögen einer Online-Befragung aus.

Insgesamt konnten sie so Daten von 33 verschiedenen Hunderassen sammeln. Um an der Studie teilzunehmen, mussten die Hunde jedoch bestimmte Kriterien erfüllen.
So mussten für jede Rasse mindestens 45 Fragebögen vorliegen und Hunde unter einem halben Jahr kamen nicht in die Auswertung.

Wie James Serpell und sein Forschungsteam im Fachmagazin „Applied Animal Behaviour“ publizierte, zeigten sich deutliche Unterschiede bezüglich Aggression und Beißverhalten. Besonders auffällig abgeschnitten hatte dabei der Dackel. Wenn es ums Beißen oder Beißversuche ging, landete ausgerechnet der gemütliche „Biergarten-Hund“ auf den vorderen Plätzen.



Bei Angriffen auf den eigenen Besitzer oder andere Familienmitgliedern waren Dackel und Chihuahua weit vorn, geschlagen nur vom Beagle, der mit über 8% das Feld anführt.
Insgesamt waren diese Angriffe aber recht selten!



Die höchsten Fallzahlen fanden sich bei Angriffen auf fremde Hunde.
Allerdings variierten hier die Werte von Rasse zu Rasse sehr stark.
Auf dem Spitzenplatz landete der Akita mit knapp 30%.
Hier ist auch der Pit Bull (incl. American Staffordshire etc.) weit vorn.
Das ließe darauf schließen, so Servell, dass der Pit Bull selektiv darauf gezüchtet wurde, um auf Hunde loszugehen, nicht jedoch auf Menschen!



Trotz gewisser Einschränkungen, wird eines ersichtlich:
Dackel, Chihuahua, Jack Russel und alle „Zwerg“rassen - die kleineren also –
sind häufig weit vorne zu finden.

Woran mag das liegen?

Serpell sieht einen möglichen Grund darin, dass aggressive Hundezwerge leichter zu tolerieren sind, weil ihr Biß weniger gefährlich ist.
Deshalb wird bei der Zucht weniger darauf geachtet und auch bei der Erziehung werden viele Fehler gemacht.
(gekürzt aus „partner-hund“ Nr.11)

Volker Darnstedt
1.Vorsitzender


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