Aufgrund des milden Winters und des feuchten Frühlings befürchten Hobbygärtner und Landwirte, dass in diesem Jahr die Schneckenplage noch größere Ausmaße annehmen könnte als in den vergangenen Jahren. Eine Schnecke kann im Jahr bis zu 600 Nachkommen produzieren, die dann in Garten und Feld die ungeliebten Fraßschäden anrichten. Tipps zur Bekämpfung der Schnecken reichen von Bierfallen über Schneckenzaun und dem mühsamen Einsammeln bis hin zum Einsatz von Schneckenkorn. Diese wirksamen Fraßgifte enthalten in der herkömmlichen Form meist Metaldehyd oder Methiocarb-Substanzen, die allerdings nicht nur gegen Schnecken helfen. Sie können besonders für freilaufende Hunde und Katzen sowie andere Lebewesen zur Vergiftungsgefahr werden.
Zur Vermeidung von Vergiftungen sind einige Hersteller von Schneckenkorn bereits dazu übergegangen, dem Schneckenkorn zusätzlich Bitterstoffe beizufügen und dies auf der Verpackung zu kennzeichnen. Diese Stoffe sorgen für einen extrem bitteren Geschmack des Schneckenkorns und können damit die Aufnahmemenge der giftigen Substanz durch Haus- oder Nutztiere begrenzen. Schneckenkorn, das auf der Basis von Eisen-III-Phosphat funktioniert, zeigt bei der Bekämpfung von Schnecken ebenfalls Wirkung, ist aber für andere Lebewesen harmloser. Grundsätzlich sollten alle Schneckenkorn-Produkte für Haus- und Nutztiere (und für Kinder) unzugänglich verwahrt werden.
Bei Haustieren wie Hund und Katze gehören starker Speichelfluss, Erbrechen mit Blut, Koordinationsstörungen, Fieber und Krämpfe zu den typischen Symptomen einer Vergiftung.
Beim Verdacht auf Vergiftung sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden, denn innerhalb eines Zeitraumes von 30 bis 60 Minuten können noch wirksame Gegenmaßnahmen
ergriffen werden. Mit einer Magenspülung kurz nach der Aufnahme des Giftes ist es meist möglich, große Mengen des Metaldehydes aus dem Organismus zu entfernen. Dies verhindert
im Regelfall ein Fortschreiten der Symptome und ein Leberversagen, das normalerweise zwei bis drei Tage nach der Aufnahme der Substanz eintritt.
Quelle: "Deutsches Grünes Kreuz e.V."